DAX: Supertrend grün, Linie verfehlt
Brent über 106 Dollar, US-Renditen bei 4,47 Prozent, deutsche zehnjährige bei 3,10. Für einen export- und energieempfindlichen Index ist das kein Klima, in dem Aufwärtssignale leicht tragen. Genau in dieser Lage steht heute der DAX vor einem methodisch sauberen Konflikt.
Reicht ein grüner Trendfilter, wenn die langfristige Zone nicht zurückerobert ist?
Unsere Einschätzung: Nein, nicht für eine klare Aufwärtslage. Die Signale widersprechen sich, und drei der vier wichtigen Filter ziehen heute nach unten.
DAX — Trendlage unklar.
Wir sehen einen schwachen Markt, der seinen Aufwärtsmoment verliert.
Der DAX-Future steht bei 24.142 und damit weiter unter der langfristigen Zone bei 24.483. Der zentrale Trendfilter ist zwar grün und liegt bei 23.349, aber die Zone darüber wurde seit dem Fehlausbruch der Vorwoche nicht zurückerobert. Im Detail: Der Kompressionsindikator zeigt ein negatives Histogramm bei -197, und das frühe Tagesvolumen ist noch nicht belastbar. Drei Filter laufen damit gegen den einen grünen: Kurs unter langfristiger Zone, Wochenstruktur tiefer, Momentum negativ und zunehmend. Ein einzelnes Aufwärtssignal ergibt in diesem Set noch kein Bild.
Im Makro-Bild passt der Befund ohne Reibung. Brent über 106 Dollar belastet die Industrie, die zehnjährige Bundrendite bei 3,10 Prozent nimmt den Bewertungen den Rückenwind, und die Yen-Spannungen in Japan halten die Devisenmärkte unruhig. Für einen Index, dessen größte Werte direkt an globalen Produktions- und Energiekosten hängen, ist das ein zäher Mix.
Die Schwelle, an der unsere Einschätzung kippen würde, liegt bei einem Tagesschluss über 24.483 — dort wäre die langfristige Zone zurückerobert. Bis dahin bleibt die Trendlage unklar, mit leichtem Bear-Bias.
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