Nikkei: Erster Riss im Aufwärtstrend
Der Dollar steht vor seinem stärksten Wochenanstieg seit über zwei Monaten, USDJPY bei 158,45, Brent über 106 Dollar. Für Japan ist das die unangenehme Kombination aus zwei Seiten. Genau in dieser Lage handelt der Nikkei heute zum ersten Mal seit dem Ausbruch intraday unter einer wichtigen Marke.
Wann ist ein Aufwärtstrend noch ein Aufwärtstrend, wenn der Markt unter dem Watchpoint handelt?
Unsere Einschätzung: Formal noch ja — die großen Trendfilter sind intakt. Aber das ist die erste ernste Warnung seit dem Ausbruch.
Nikkei 225 — Aufwärtstrend wahrscheinlich.
Wir halten den Aufwärtstrend für formal intakt, sehen aber den ersten Riss.
Der Nikkei-Future steht bei 61.760 und liegt damit intraday unter der Zone 62.000/63.000, die wir seit der Vorwoche als wichtigen Beobachtungspunkt markiert haben. Die großen Trendfilter sind unverändert positiv: Der zentrale Trendfilter läuft grün bei 58.500, die langfristige Zone liegt bei 50.373 — ein Puffer von noch immer 22 Prozent. Was die Charts dazu sagen: Der Kompressionsindikator zeigt ein positives Histogramm bei 2.793, das aber weiter Tempo verliert. Das ist kein Bruch, sondern eine Schramme — aber die erste seit dem Ausbruch.
Im Makro-Bild passt der Druck zum Wackler: Reuters meldet USDJPY bei 158,45 und anhaltende Interventionssorgen. Ein starker Dollar verteuert Energieimporte für Japan, eine schwächere Yen-Lage erhöht das Risiko erneuter Interventionen. Für einen Exportindex ist das die ungünstige Mischung aus beiden Richtungen.
Die Schwelle, an der unsere Einschätzung kippen würde, liegt bei einem Tagesschluss unter 62.000. Solange der Schlusskurs darüber notiert, bleibt der Aufwärtstrend formal bestehen. Ein klarer Schluss darunter würde das Bild zu „Trendlage unklar“ verschieben — und den Watchpoint zur ersten echten Verteidigungslinie machen.
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